Betriebsent­wicklung


  • 2018

    Hausumbau und Bau von zwei neuen Lehrlingszimmern mit seperatem Bad

  • 2012
    Hausumbau und Bau von zwei neuen Lehrlingszimmern mit seperatem Bad
  • 2011
    Installation einer weiteren 30 KW-Photovoltaikanlage auf dem Boxenlaufstall
  • 2009
    Bau Güllesilo (1500 m³)
  • 2008
    Bau Boxenlaufstall sowie Umbau des "alten" Booxenlaufstalles zum Melkzentrum (20er Swing-Over von Dairymaster) incl. Transitstall
  • 2007
    Gründung Rust GbR durch Friedrich, Marie-Luise und Torsten, Bau einer Siloplatte (3000 m²)
  • 2003
    Installation einer 30 KW-Photovoltaikanlage auf dem alten Anbindestall
  • 2001
    Bau eines Strohlagers
  • 1994
    Bau Boxenlaufstall mit 60 Plätzen und Doppel-5er-Fischgrätenmelkstand
  • 1993
    Brand der Maschinenhalle incl. Getreidelager - Dachsanierung und Neuerrichtung Getreidelager
  • 1992
    Erwerb der Nachbarhofstelle (heute Maschinenscheune und Mietwohnungen)
  • 1984
    Bau des Schweinemaststalles mit 580 Plätzen und Güllesilo
  • 1975
    Pachtung des Betriebes durch Friedrich und Marie.Luise. 25 Kühe in Anbindehaltung plus Nachzucht, 100 Mastschweine und 60 ha

Betriebsspiegel


Ackerbau:
  • LF:
    170 ha
  • Acker:
    110 ha
  • Grünland:
    60 ha
  • 50 ha Silomais
  • 35 ha Winterweizen
  • 25 ha Wintergerste
Besonderheiten:
Maschinenkooperation mit Nachbarbetrieb (Schlepper, Pflug, Drillkombination, Bodenbearbeitung)
Maisaussaat und -ernte, Grasernte (Mähen, Schwaden, Häckseln) sowie Getreideernte ausgelagert
Weitere Betriebszweige:
580 Schweinemastplätze
68 KW Photovoltaikanlage
Milchviehhaltung:

Jahr

Milch kg

F-%

F-kg

E-%

E-kg

F+E kg

Merzung

kg gemerz. Kühe

Lebens-effektivität

2018 12735 3,72 474 3,4 433 907 16,00 % 49979 20.8 kg
2017 11791 3,73 440 3,36 397 837 21,00 % 52853 22,0 kg
2016 11723 3,74 438 3,29 386 824 29,00 % 49944 21,0 kg
2015 11658 3,59 419 3,33 388 807 23,00 % 41895 19,5 kg
2014 11258 3,68 414 3,32 374 788 25,00 % 45945 20,1 kg
2013 11636 3,69 429 3,29 383 812 16,00 % 36173 17,5 kg
2012 11092 3,71 412 3,34 370 782 20,00 % 36141 18,2 kg
2011 10846 3,64 395 3,38 367 761 8,00 % 45669 20,2 kg
2010 11082 3,81 422 3,36 372 795 12,00 % 44914 19,7 kg
2009 11000 3,57 393 3,37 371 763 13,00 % 52929 20,1 kg
2008 11019 3,71 409 3,31 365 774 16,00 % 48435  
2007 10910 3,73 407 3,3 360 767 27,00 % 39869  

Maschinen­besatz


Maschinenbesatz eigen:
  • MF Dyna VT 6716S (160 PS)
  • Deutz-Fahr Agro Xtra 6.07 (100 PS)
  • Deutz-Fahr Agro Xtra 4.57 (90 PS)
  • Telekoplader MF 8925 (103 PS)

  • Kotte Güllefass 12 m³
  • Amazone Düngerstreuer 1500 l (24 m)
  • Rau Anhängespritze 2800 l (24 m)
  • Kuhn Kreiselheuer (8 Kreisel) 8,70 m
  • Strautmann Futtermischwagen 12 m³
  • 3 landw. Anhänger (8 t)

  • Dairymaster 20er Swing-Over Melkstand
Maschinenbesatz der Kooperation:
  • MF Dyna 6 7624 (240 PS)
  • Lemken 5-Schar Volldrehpflug
  • Rabe Drillkombination 3 m
  • Mandam Grubber 4,80 m
  • Grubber 3 m
  • Scheibenegge 3 m

Grundfutter­ernte


Die Grassilage gehört in der Milchproduktion zu dem wichtigsten Grundfutter. Sie liefert den Kühen Protein und die Struktur, die wir für eine wiederkäuergerechte Fütterung brauchen. Aber der Erfolg bei der Prokuktion hochwertiger Grassilage ist sehr wetterabhängig, weil das Gras im idealen Fall etwas angewelkt geerntet werden soll. Daher haben wir uns schon vor einigen Jahren entschlossen, die Grasernte an einen Lohnunternehmer auszulagern, um eine hohe Schlagkraft gewährleisten zu können.
Die ersten beiden Grasschnitte vom Grünland werden gehäckselt und ins Silo gefahren. Dieses Futter wird ausschließlich an die Kühe verfüttert. Vom dritten Schnitt wird komplett Heu gemacht. So kann auch dieser im kleinen Mengen an die Kühe verfüttert werden. Außerdem ist Heu ein tolles Strukturfutter. Der 4 und der 5 Schnitt dient der Rinderfütterung, da die Qualität sehr schwanken kann.

Das zweite wichtige Grundfutter ist die Maissilage. Sie bringt die Energie und eine hohe Schmackhaftigkeit in die Ration. Außerdem können auf unseren Mineralböden gute und vor allem sichere Erntemengen eingefahren werden. Auch beim Maisanbau wird der Lohnunternehmer beauftragt. Nachdem wir bis Mitte April das Saatbett vorbereitet haben, wird der Mais mit einer 8-Reihigen Legemaschine gesät. Auch hier profitieren wir von der schlagkräftigen Technik des Lohnunternehmers, da wir die 50 ha Mais in kürzester Zeit gesät haben. Danach bleibt für uns nur zu hoffen, dass genügend Niederschläge in den Sommermonaten fällt bis der Lohnunternehmer Anfang September mit dem Maishäckseln beginnt.
Wir machen dann eine Sandwich-Silage. D.h. dass wir den Mais jeweils über den ersten bzw. den zweiten Grasschnitt fahren. So entstehen bei der wertvollen Grassilage weniger Verluste und wir haben das ganze Jahr über nur eine Silomiete geöffnet.

Fütterung


Die Fütterung ist neben der Genetik, dem Kuhkomfort und der Tierbetreuung der wichtigste Teil in unserem Betrieb, um Milch mit gesunden, langlebigen, fruchtbaren und leistungsbereiten Kühen zu produzieren.
Das Grundfutter besteht aus Mais-, Grassilage, Heu und Stroh das größtenteils auf unseren eigenen Flächen angebaut werden.
Wir kaufen jedes Jahr einen Teil des Maises von einem Ackerbaubetrieb, der im Gegenzug dafür wertvolle Gülle von uns bekommt.
Weiterhin besteht die Ration aus Bierteber, Kartoffeln, Rapsschrot, Körnermais, Mineralstoffe und Wasser. Das Futter wird mit dem Teleskoplader in den Futtermischwagen gefüllt und gut vermischt als sogenannte TMR (Totale Mischration) auf dem Futtertisch vorgelegt, damit die Kühe immer die gleiche Menge der einzelnen Komponenten und nichts heraus selektieren können. Für die Kuh ist es wichtig jeden Tag den gleichen Ablauf und das gleiche Futter zu bekommen. Da ist die Kuh total langweilig.

Melken


Die Milch ist ein wichtiges und gesundes Nahrungsmittel und wird bei uns zweimal täglich morgens um 5.30 Uhr und abends um 16.30 Uhr gewonnen. Der Melkstand mit dem wir arbeiten, ist von der irischen Firma Dairymaster und ist ein 20er Side by Side Swing-Over, weil die 20 Kühe pro Seite nebeneinander stehen (Seite an Seite) und das Melkzeug von einer Seite auf die andere geschwenkt wird, um die Kühe von hinten zu melken. Obwohl immer nur eine Melkstandseite gemolken wird, melken wir trotzdem so schnell wie in herkömmlichen Melkständen.
Die Kühe kommen alleine rein. Damit sie dabei nicht „trödeln“, nutzen wir die Fressgier der Kühe und locken sie mit einer kleinen Portion Kraftfutter. Wenn die Kuh an Ihren Platz geht, wird sie über den Ohrchip vom Computer erkannt und bekommt einmalig eine kleine Portion Kraftfutter. Das hat die Kuh natürlich schnell raus und kommt beim nächsten Mal schneller an den Melkplatz. Die Erkennung der Kühe hat einen zweiten wichtigen Vorteil. Die ermolkene Milchmenge kann so den einzelnen Kühen zugeordnet werden. Die Milchmengenmessung und -dokumentation ist wichtig, um die Gesundheit der Kühe zu kontrollieren und die Fütterung optimal und Wiederkäuergerecht einstellen zu können.
Zuerst werden vom 1. Melker die Zitzen vorgedippt, das ist ein Schaumreiniger, der zur Desinfektion und besseren Reinigung dient. Danach wird von Hand etwas vorgemolken, damit die Kuh für die Milchfreigabe stimuliert wird und wir kontrollieren können, ob das Euter gesund ist. Nur einwandfreie Milch wird verkauft. Nach ca. einer Minute wird dann vom 2. Melker das Melkgeschirr an die 4 Zitzen angesetzt und die Kuh wird automatisch gemolken. Ist die Kuh ausgemolken, beendet die Maschine den Melkvorgang. Um die Zitzen zu pflegen und vor Infektionen zu schützen, werden sie zum Schluss in eine jodhaltige Pflegelösung getaucht. Danach verlassen alle 20 Kühe den Stall. Während die eine Seite rausgelassen wird und der Standplatz sauber gespritzt wird, können die Kühe auf der anderen Seite in Ruhe melken.
Die ermolkene Milch wird über Rohrleitungen in den Milchtank geleitet und dort auf 4,5 Grad runtergekühlt. Von dort holt der Tankwagen der Molkerei „frischli“ in Rehburg die Milch jeden zweiten Tag ab, wo sie zu vielen leckeren Produkten weiterverarbeitet wird. Bei der Gewinnung, Lagerung und Weiterverarbeitung werden höchste Quälitätsansprüche erfüllt. Eine Kuh gibt bei uns im Durchschnitt ca. 35 Liter Milch am Tag.

Der Weg in einer Laktation


Kalbung
Die Laktation (Milchabgabe) beginnt mit der Kalbung im Abkalbestall, der sich dicht am Wohnhaus befindet und mit einer Kamera überwacht ist, damit wir bei Problemen bei der Kalbung eingreifen können. Die Kuh bekommt nach der Kalbung einen Energietrunk in warmen Wasser. Da die Kuh durch das Fruchtwasser viel Flüssigkeit verliert, säuft sie, während sie das Kalb ableckt, bis zu 80 Liter direkt nach der Kalbung. Das Kalb wird sofort, wenn es trocken ist, von der Kuh entfernt, bevor eine festere Bindung entsteht. Die Mutter wird nun gemolken, damit Ihr Kalb die für die Immunisierung sehr wichtige Biestmilch sofort bekommt.
Kritische Zeit
Die Kuh verbleibt die nächsten 10-14 Tage nach der Kalbung im Frischabkalber-Stall auf Stroh. Hier sind meist 8-12 Tiere untergebracht. Im Geburtsnahe Zeitraum ist die Kuh sehr krankheitsanfällig, da durch den Geburtsstreß die Immunität der Kuh geschwächt ist. Deswegen werden alle Kühe morgens nach dem Melken im Freßgitter fixiert, damit wir sie vorbeugend untersuchen können. Dazu gehören Temperatur messen, Pansenaktivität abhören, die Gebärmutter kontrollieren oder den Allgemeinzustand beurteilen. Die nun steigende Milchleistung ist ein gutes Zeichen, dass die Kuh diese kritische Zeit gut überstanden hat. Somit kann sie in den nächsten Stallbereich wandern.
Wohlfühlatmosphäre
m Frischmelkerbereich befinden sich Kühe bis zum 120. Laktationstag. Sie steigern jetzt ihre tägliche Milchleistung bis der genetische Höchstpunkt erreicht ist. Dieses „Plateau“ wollen wir so lange wie möglich halten, daher garantieren wir den Damen größtmöglichen Kuhkomfort. Wir haben uns beim Stallbau für Tiefboxen entschieden, die bei den Frischmelkern aber lediglich 2-reihig angeordnet sind. Dadurch hat jede Kuh eine Liegebox und gleichzeitig einen Fressplatz. Es ist deutlich ruhiger in diesem Stallbereich und die Futteraufnahmen sind durch das ungestörte Fressen höher. Die Kühe werden hier das erste Mal besamt. Im Idealfall ist die Kuh jetzt tragend und wechselt auf die gegenüberliegende Futtertischseite.
Produktionsalltag
Vom 120. Laktationstag bis zum Trockenstellen befindet sich die Kuh bei den Laktierenden. Aufgrund der neuen Trächtigkeit sinkt die Milchleistung kontinuierlich ab. Wir bieten den Kühen hier auch Tiefboxen an, diese sind jedoch „3-reihig“ angeordnet. Dadurch hat zwar jede Kuh eine Liegebox, aber auf 1,5 Kühe kommt ein Freßplatz. Dies ist durchaus zu tolerieren, weil durch die geringere Milchleistung auch die Futteraufnahme geringer ist. Es stehen selten alle Kühe gleichzeitig am Futtertisch. In dieser Zeit ist die Küh total „langweilig“ und befindet sich voll im Produktionsalltag: jeden Tag das gleiche Futter, die gleiche Melkzeit, der gleiche Ablauf. Dadurch halten wir den Milchabfall so gering wie möglich und verhindern somit eine Verfettung unserer Damen. Eine Verfettung bringt große gesundheitliche Probleme nach der nächsten Abkalbung mit sich und ist zudem sehr teuer.
Urlaubszeit
6 bis 8 Wochen vor dem erneuten Abkalbetermin wird die Kuh „trocken gestellt“, d.h. die Melkungen hören abrupt auf und die Milchproduktion versiegt. Das ist wichtig, damit das Eutergewebe sich zurückbildet und bei der nächsten Kalbung wieder neues, gesundes Gewebe aufgebaut wird. In dieser Zeit soll sich die Kuh erholen und auf die neue Kalbung vorbereiten, daher wird jetzt Kuhkomfort groß geschrieben. Zum Trockenstellen wird ein Klauenpflegeschnitt gemacht, damit Klauenprobleme in dieser Zeit auskuriert werden können. Im Trockensteherbereich werden die Kühe wieder in einem „2-reihigen“ Abteil gehalten, um mögliche Rangkämpfe zu umgehen. 3 bis 4 Tage vor dem Abkalben wird die Kuh in den Abkalbestall gebracht.

Obwohl die Kuh in Ihrem wohlverdienten „Laktationsurlaub“ kein Ertrag bringt, ist die Trockenstehzeit entscheidend für eine langlebige, leistungsfähige Kuh und somit für eine nachhaltige Milchproduktion. Mit einer stressfreien Kalbung beginnt dann wieder eine erfolgreiche Laktation.

Jungvieh­aufzucht


Die Jungviehaufzucht gehört zu den wichtigsten Bestandteilen im Milchviehbetrieb, weil eine gute und gesunde Rinderaufzucht uns die produktive Milchkuh von morgen beschert. Die Aufzucht beschreibt die Zeit von der Geburt bis zur ersten eigenen Kalbung mit ca. 2 Jahren. Wir betreiben die Aufzucht nicht alleine. Hierfür haben wir mit dem Hof Claus einen Kooperationsbetrieb gefunden, der mit großer Leidenschaft und Aufmerksamkeit unsere Rinder betreut und somit einen Teil der Jungviehaufzucht übernimmt. Die männlichen Kälber werden mit zwei Wochen verkauft und in anderen Betrieben gemästet.
Zunächst einmal verbleiben die weiblichen Kälber bis zu einem Alter von 5 Monaten bei uns. Die ersten 3 Wochen werden die weiblichen Kälber draußen in Einzeliglus gehalten. In dieser Zeit ist die Krankheitsgefahr sehr hoch. Durch die Einzeliglus vermeiden wir eine Ansteckung der Kälber untereinander und haben eine sehr gute Kontrolle des Einzeltieres. Durch die frische Luft treten Atemwegserkrankungen so gut wie gar nicht auf.
Mit ca. 3- 4 Wochen werden 6 Kälber zu einer kleinen „Wohngemeinschaft“ zusammengestallt und kommen in sogenannte Gruppeniglus. Wenn möglich, bleibt diese Gruppe immer zusammen, um „Freundschaften“ nicht zu trennen und somit keine unnötigen Rangkämpfe anzuzetteln. In den ersten 8 Wochen bekommen die Kälber bis max. 8 Liter Vollmilch pro Tag aus dem Nuckeleimer. Zusätzlich wird ihnen Heu und Kälbermüsli angeboten.
Mit ca. 10 Wochen wandert die WG in den Stall, verbleibt bis zum 5. Lebensmonat auf Stroh, bevor sie dann auf Reisen zu Claus in Wietzen gehen und die nächsten 13 Monate bei unserem Partner verbringen. Dort werden die Rinder entweder selbst besamt oder stehen als Trägertiere für genetisch hoch veranlagte Embryonen zur Verfügung. Nach erfolgreicher Trächtigkeitsuntersuchung kommen die Rinder mit ca. 18 - 20 Monaten wieder zu uns in einen Pachtstall im Nachbarort, wo sie bei den trockenstehenden Kühen auf die anstehende Kalbung vorbereitet werden.
2 Wochen vor der eigenen Kalbung holen wir die Färsen nach Anemolter. Hier kalben sie dann das erste Mal.
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